Eigentlich habe ich mir vorgenommen mein Blog wöchentlich „upzudaten“, was jedoch angesichts der etwas unzuverlässigen Internetverbindung ein wenig schwierig zu werden scheint… Naja ich versuche es trotzdem und hoffe mal, dass wir das Internet in den Griff bekommen. Ich komme mir schon manchmal etwas blöd vor, wenn ich wie ein hypnotisiertes Lama auf das Modem starre und darauf hoffe, dass die richtigen Lichter endlich grün blinken… Wir sind hier alle etwas frustriert, die Hälfte meiner Mitbewohner hat gestern versucht den Frust in Alkohol zu ertränken (was das ganze heute morgen nicht besser aussehen lässt
)
Aber ich will euch nicht nur Schlechtes berichten!
Letzte Woche haben meine Kurse angefangen. Sie sind interessant, wenn auch arbeitsintensiv (vor allem, weil wir höchstens 6 Leute pro Kurs sind…). Mein erstes Tutorium werde ich am Mittwoch halten – bin schon sehr gespannt.
Für die Internationals wird immernoch sehr viel geboten. Letzten Dienstag wurden wir vom Principal begrüßt. Es gab eine ziemlich kurze Rede und unglaublich viel zu essen
Und der Vice-Principal ist sogar herumgelaufen und hat die Studenten persönlich willkommen geheißen. Da wurden meine Smalltalk skills ganz schön gefordert.
Fand ich aber sehr nett, ob einem sowas an einer deutschen Uni auch passiert, wenn man als Austauschstudent da ist?
Das Nachtleben haben wir hier auch schon ein wenig kennengelernt. Ich wurde noch nie so oft nach meinem Ausweis gefragt! Ich glaube die fragen hier einfach jeden, denn die Zeiten, als ich wie 19 aussah, sind wohl doch schon vorbei 
Wir waren auch in einem „Club“, was auf der kultursoziologischen Ebene eine sehr interessante Erfahrung war… Die Studenten haben hier einfach ganz unglaublich das Bedürfnis sich auszuleben, was sich zum einen in recht bedingungslosen Trinkgewohnheiten niederschlägt, und zum anderen im Kleidungsstil (vor allem der Mädels). Naja… die Musik war so laut, dass ich zeitweise dachte der Bass lässt meinen Herzschlag aussetzen. Aber eine interessante Erfahrung war das Ganze auf jeden Fall. Vielleicht bin ich doch zu alt für sowas… 
Es ist auch interessant, was hier alles illegal ist, z.B. verkaufen die Bars wohl keine Energy-Drinks gemischt mit Alkohol (nicht dass ich sowas trinken wollte, aber meine Mitbewohnerin Belinda hat ein „Jaegerbomb“ bestellt, eine fragwürdige Mischung aus Jägermeister und Red Bull, und die Bedienung meinte, das sei in Ontario verboten. )
Hier ist wohl gerade Wahlkampf. Auf jeden Fall stecken ständig irgendwelche Leute kleine Wahlplakate in unseren Vorgarten. Bis vor kurzem war da noch ein Schild der „National Democratic Party“ und irgendwann kam ein Truck und nun supporten wir wohl die Green Party…
Heute machen wir noch einen Ausflug nach Wolfe Island, das ist eine der Thousand Islands und es gibt eine kostenlose Fähre dorthin. Hoffentlich macht das Wetter mit. Es ist inzwischen schon recht kalt geworden. Endlich tut das kanadische Wetter das, was man von ihm erwartet!!
Wenn das Internet es zulässt, lade ich nachher noch ein paar Bilder hoch.
Bis bald und vergesst mich nicht!